Verhinderungspflege nach § 39 SGB XI

Was ist Verhinderungspflege?

Wenn eine Pflegeperson wegen Erholungsurlaubs, Krankheit oder aus anderen Gründen an der Pflege gehindert ist, übernimmt die Pflegekasse die Kosten einer notwendigen Ersatzpflege/ Verhinderungspflege für längstens vier Wochen je Kalenderjahr. Voraussetzung ist, dass die Pflegeperson den pflegebedürftigen Menschen vor der erstmaligen Verhinderung mindestens sechs Monate in seiner häuslichen Umgebung gepflegt hat. Die Aufwendungen der Pflegekasse dürfen im Einzelfall 1.470 Euro (stufenweise Leistungserhöhung) im Kalenderjahr nicht überschreiten.
Die Verhinderungs- oder Ersatzpflege kann durch eine oder mehrere Pflegeperson(en), eine Diakoniestation/ einen ambulanten Pflegedienst oder einen nicht zugelassenen Dienst innerhalb des Haushalts erbracht werden. Verhinderungspflege ist aber auch außerhalb des Haushalts in zugelassenen und nicht zugelassenen Pflegeeinrichtungen sowie in weiteren Einrichtungen möglich.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

  • Vorliegen einer Pflegebedürftigkeit nach dem SGB XI beim pflegebedürftigen Menschen
  • Voraussetzung für die Leistung der Verhinderungspflege ist eine Vorpflegezeit/Wartezeit von 6 Monaten.
  • Welcher Leistungsumfang steht mir zu?
  • Der Anspruch auf Verhinderungspflege ist auf vier Wochen im Kalenderjahr begrenzt.
  • Die Leistungshöhe beträgt maximal 1.470,00 Euro pro Kalenderjahr unabhängig von der jeweiligen Pflegestufe (stufenweise Leistungserhöhung).
  • Die Verhinderungspflege kann auch in mehreren Teilzeiträumen und stundenweise in Anspruch genommen werden. Für Tage, an denen die Ersatzpflege nicht mindestens 8 Stunden erbracht wird, erfolgt keine Anrechnung auf die Höchstdauer von 28 Tagen im Kalenderjahr. Das Pflegegeld wird bei in stundenweiser Inanspruchnahme der Ersatzpflege bei weniger als 8 Stunden nicht gekürzt.

Wie stelle ich einen Antrag?

  • durch den pflegebedürftigen Menschen,
  • bei seiner Pflegekasse.

Was muss ich beachten?

Die Verhinderungspflege kann erbracht werden durch:

  • eine nicht erwerbsmäßig pflegende Person (z.B. Angehörige, Lebenspartner, Nachbarn, Bekannte),
  • eine erwerbsmäßig pflegende Person(en),
  • eine durch die Pflegekassen zugelassene Pflegeeinrichtung (z.B. Diakoniestationen und andere ambulante Pflegedienste, ...),
  • andere nicht durch die Pflegekassen zugelassenen Dienste, die die Verhinderungspflege durchführen (z.B. Dorfhelfer/innen, Betriebshilfsdienste).